In der Ausbildung erlernst du einen Handwerksberuf, der bereits seit über 2000 Jahren besteht und hervorragende Zukunftsperspektiven bietet. Als Zimmerer treibst du die Innovation beim modernen Hausbau als auch beim Thema Nachhaltigkeit voran. Und wenn dir das noch nicht genug ist, arbeitest du an modernsten Geräten wie computergesteuerten Abbundanlagen oder CAD-Programmen zur Planung deiner Bauten. Durch deine Ausbildung öffnest du dir Türen zu diversen Weiterbildungen wie Polier, Vorarbeiter, dem Meistertitel oder sogar einem weiterführenden Studium. Als Polier kannst du eine ganze Baustelle leiten und mehr Verantwortung übernehmen. Du kannst dich aber auch als Meister selbstständig machen und dein eigener Herr werden. Du erlebst beide Seiten - Tradition und Moderne. Werde Teil einer Gemeinschaft und lerne, was Fassschmoren, Schallern und Klatschen bedeutet.

Voraussetzungen

Für den Beruf Zimmerer benötigst du ein gewisses Maß an Geschick, mathematischen Fähigkeiten, Fitness, räumliche Vorstellungskraft und Teamfähigkeit. Bringst du das alles mit, solltest du mindestens die Hauptschule absolviert haben. Darüber hinaus wird ein angemessenes Arbeits- und Sozialverhalten vorausgesetzt. Sorgfalt und selbstständige Arbeitsweise sollten dir keine Fremdwörter sein ...

Fakten zur Ausbildung

1. Ausbildungsjahr

Startest du deine Ausbildung dual (Betrieb/Berufsschule), verdienst du bereits - im Gegensatz zu vielen anderen Ausbildungsberufen - im ersten Ausbildungsjahr sehr gut. Dein Gehalt beträgt nach Tarif bereits monatlich 890,00 Euro (Stand: Januar 2021). Das erste Jahr verbringst du größtenteils in der Berufsschule und lernst die Basics: Werkzeuge, Baugeräte und Maschinen. Außerdem rührst du Baustoffe an oder stellst Wandputz und Estrich her. Ebenso gehören Baugruben und Gräben oder Schalungen zu deinen Lerninhalten. Einige Wochen bist du im Betrieb und lernst unter anderem deine Kollegen kennen.

Hinweis:

in Niedersachsen gibt es die Besonderheit/Möglichkeit, dass das 1. Lehrjahr meist in der einjährigen Berufsfachschule stattfindet. Während dieser Zeit ist ein 4-wöchiges Praktikum in einer Zimmerei vorgesehen. Dabei erlebst du den Betriebsalltag und erwirbst fachpraktische Kenntnisse. Der Besuch der Berufsfachschule wird vom späteren Ausbildungsbetrieb in der Regel als 1. Lehrjahr anerkannt. Dies ist aber kein Muss. Wählst du zusammen mit deinem Ausbildungsbetrieb diesen Weg, so beginnt deine „vergütete“ Ausbildung im darauffolgenden Jahr, aber dafür auch gleich mit dem Gehalt des 2. Ausbildungsjahres.

2. Ausbildungsjahr

Im zweiten Ausbildungsjahr beträgt dein Gehalt nach Tarif schon 1.230,00 Euro (Stand: Januar 2021). In diesem Abschnitt deiner Ausbildung besuchst du zwischen 11 bis 13 Wochen das überbetriebliche Ausbildungszentrum. Die restliche Zeit verteilt sich auf Betrieb und Berufsschule. Mit einer Zwischenprüfung wird das 2. Jahr beendet. Jetzt lernst du alles über die Stoffe und Materialien, die du für den Ausbau brauchst. Außerdem lernst du Techniken, die du für das Fertigen von Bauteilen benötigst und wie man diese montiert und einbaut. Am Ende des zweiten Ausbildungsjahres steht die Zwischenprüfung.

 

3. Ausbildungsjahr

Im dritten Ausbildungsjahr beträgt dein Gehalt nach Tarif nun 1.495,00 Euro (Stand: Januar 2021). Nicht schlecht, oder? Du bist jetzt außerdem ein vollwertiges Mitglied des Betriebs. Im letzten Jahr stehen Verkleidungen für Dach-, Wand- und Deckenkonstruktion auf dem Lehrplan. Zusätzlich setzt du dich mit dem Herstellen von einfachen Dächern, Dachgauben und Dachaufbauten auseinander und wie du Knotenpunkte aufschürst und Konstruktionshölzer bearbeitest. Um deine Gesellenprüfung abzulegen, musst du zuvor die Zwischenprüfung am Ende des zweiten Ausbildungsjahres bestanden haben. Die Abschlussprüfung besteht aus zwei Teilen: einem praktischen und einem schriftlichen Teil. Im praktischen Teil sind deine Fähigkeiten bei der Dachkonstruktion, Dachgaube oder einer Trappe gefragt. Im schriftlichen Teil musst du dein Können aus den Fächern Mathematik, Technisches Zeichnen oder Wirtschafts- und Sozialkunde unter Beweis stellen. Solltest du die Prüfung nicht bestehen, keine Angst, du kannst sie zweimal wiederholen. Selbst mit nicht-bestandener Prüfung hast du unter bestimmten Umständen die Möglichkeit einen Abschluss als Ausbaufacharbeiter zu bekommen. Ansonsten gilt zum Abschluss des dritten Jahres: Herzlichen Glückwunsch; du bist nun Geselle/Gesellin im Zimmererhandwerk!

Verdienstmöglichkeiten

Als Zimmerer/Zimmerin verdienst du bereits im ersten Ausbildungsjahr 890,00 Euro (wenn das erste Jahr im Betrieb beginnt; siehe auch den Hinweis "Fakten zur Ausbildung"). Im zweiten Ausbildungsjahr sind es schon 1.230,00 Euro und im dritten Ausbildungsjahr dann sogar 1.495,00 Euro (jeweils monatlich, Stand: Januar 2021). Zusätzlich gibt es ein Weihnachtsgeld von gut 300,00 Euro.

Bist du mit der Ausbildung fertig, kannst du anschließend mit einem guten Verdienst rechnen. Der Verdienst eines Vorarbeiters liegt zum Beispiel im Schnitt bei 3.400,00 bis 3.800,00 Euro. Solltest du noch deinen Meister/deine Meisterin machen, kann dein Gehalt auf über 4.000,00 Euro steigen. Mit deinem eigenen Meisterbetrieb kannst du, wenn du erfolgreich bist, natürlich noch mehr verdienen.

(aktueller Stand: Januar 2021)

 

 

Bewerbungstipps

Eine klassische Bewerbung besteht immer aus einem Anschreiben, deinem Lebenslauf (inkl. Foto) und einer Kopie von den letzten Zeugnissen. Hat deine Bewerbung einen Betrieb überzeugt, wirst du zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Wir haben hier ein paar Tipps für dich, wie es mit der Ausbildung als Zimmerer klappt.

Gut zu wissen

Tipp 1: Informiere dich über die formalen Anforderungen an eine Bewerbung.

In deinem Anschreiben sollte erkennbar sein, wer du bist und warum du dich auf die Stelle bewirbst. Es empfiehlt sich, praktische Erfahrungen im Handwerk mit aufzunehmen, die zeigen, aus welchem Holz du geschnitzt bist. Zeige dem Chef, dass es dir ernst ist!

Tipp 2: Nenne deine praktischen Erfahrungen – auch wenn es Hobbys sind.

Hab keine Bedenken, wenn dein Lebenslauf noch etwas kurz ausfällt. Zähle hier beispielsweise Praktika auf, die deine handwerklichen Erfahrungen unterstützen. Ebenso kannst du Hobbys erwähnen, die etwas mit der Ausbildung zu tun haben. Falls du also gern in deiner Freizeit in der Werkstatt stehst, bringe diese Erfahrungen mit ein. 

Tipp 3: Checke deine Bewerbung mehrfach – auch von anderen Leuten.

Lass deine Bewerbung nochmal von einer zweiten oder dritten Person durchlesen, um bisher übersehene Fehler zu finden. Frag zum Beispiel deine Eltern oder einen Freund, ob sie nochmal drüber schauen und was ihnen noch zu deiner Person einfällt

Tipp 4: Der persönliche Eindruck zählt – das Bewerbungsgespräch entscheidet

Hast du es bis zum Bewerbungsgespräch geschafft, bist du schon einen großen Schritt näher an deiner Wunschausbildung. Nun zählt der persönliche Eindruck. Höflichkeit und ein gepflegtes Äußeres sind selbstverständlich. Hier sammelst du Pluspunkte, wenn du dich auf Fragen zu deinen späteren beruflichen Vorstellungen oder deinen Stärken vorbereitest. Genauso kann es von Vorteil sein, wenn du Fragen zum Beruf und Betrieb hast. Das zeigt Interesse. Biete im Bewerbungsgespräch auch an, dass du vor Ausbildungsbeginn ein Praktikum machen könntest. Das kommt gut an. Außerdem kannst du während des Praktikums gleich feststellen, ob es dir in der Zimmerei gefällt.